Google Suche besteht nicht mehr nur aus klassischen Treffern
Die klassische Liste aus zehn blauen Links ist weiterhin Teil von Google, aber längst nicht mehr die einzige Oberfläche. Übersichten mit KI fassen komplexe Fragen zusammen, der KI-Modus ermöglicht Folgefragen und längere Dialoge, und Suchanfragen können zunehmend aus Text, Bildern und anderen Eingaben bestehen.
Für Unternehmen verändert sich dadurch weniger das Grundprinzip als der Weg zur Sichtbarkeit. Eine Website kann als klassischer Treffer erscheinen, als unterstützende Quelle in einer KI-Antwort verlinkt werden oder über eine visuelle Suchanfrage gefunden werden.
AI Mode und AI Overviews werden zum Massenprodukt
Google nannte auf der I/O 2026 erstmals Größenordnungen, die zeigen, wie stark sich diese Nutzung entwickelt hat. Der KI-Modus hatte nach Angaben von Google bereits mehr als eine Milliarde monatliche Nutzer. Die Zahl der Anfragen im KI-Modus habe sich seit dem Start in jedem Quartal mehr als verdoppelt. Für Übersichten mit KI nannte Google mehr als 2,5 Milliarden monatlich aktive Nutzer.
Gleichzeitig meldete Google eine Rekordzahl an Suchanfragen. Die Entwicklung spricht deshalb nicht dafür, dass Suche einfach verschwindet. Vielmehr verändern sich Form, Länge und Ablauf vieler Suchvorgänge.
Warum Query Fan-out die Suchintention verändert
Für Websitebetreiber besonders relevant ist das von Google beschriebene Query Fan-out. Dabei zerlegt das System eine komplexe Frage in mehrere verwandte Teilfragen und sucht parallel nach passenden Informationen.
Ein Unternehmer könnte beispielsweise nicht mehr nur „SEO Kosten Österreich“ eingeben, sondern fragen: „Was kostet SEO für einen kleinen Betrieb in Österreich, wie lange dauert es und wann sind Google Ads besser?“ Das System kann daraus mehrere Teilanfragen ableiten und unterschiedliche Quellen für einzelne Aspekte heranziehen.
Eine Seite muss nicht jede denkbare Formulierung wiederholen. Sie sollte ein Thema so klar und belastbar erklären, dass einzelne Abschnitte konkrete Teilfragen beantworten können.
SEO bleibt die Grundlage für KI-Sichtbarkeit
Google hat 2026 einen eigenen Leitfaden zur Optimierung für generative KI in der Suche veröffentlicht. Die zentrale Aussage ist ungewöhnlich klar: SEO bleibt relevant. Die generativen Funktionen greifen auf Googles bestehende Ranking- und Qualitätssysteme sowie den Suchindex zurück.
Google nennt ausdrücklich keine besondere „GEO-Geheimtechnik“. Eine Seite muss indexiert und für normale Suchergebnisse mit einem Snippet geeignet sein. Wertvolle, eigenständige Inhalte, klare technische Struktur, gute interne Verlinkung und eine gute Seitenerfahrung bleiben die Grundlage.
Google geht sogar auf verbreitete Spezialtipps ein: Zusätzliche Dateien wie llms.txt oder künstliche „AEO/GEO“-Markups sind für die Google Suche nicht erforderlich.
Neue Search Console Daten für generative KI
Seit 31. August 2026 steht laut Google weltweit eine eigene Steuerung für generative KI-Funktionen in der Search Console zur Verfügung. Websitebetreiber können dort festlegen, ob Inhalte in Übersichten mit KI, im KI-Modus und in generativen Funktionen von Discover berücksichtigt werden dürfen.
Google hat außerdem Leistungsberichte für generative KI ausgebaut. Klicks auf externe Links im KI-Modus zählen als Klicks, Impressionen werden nach den üblichen Regeln erfasst. Folgefragen im KI-Modus gelten als neue Suchanfragen.
Damit wird erstmals besser messbar, ob eine Website nicht nur in klassischen Ergebnissen, sondern auch in generativen Suchoberflächen sichtbar wird.
Bilder und multimodale Suche werden messbar
Am 24. September 2026 kündigte Google zusätzliche Search-Console-Berichte für multimodale Websuche an. Erfasst werden unter anderem Suchvorgänge über Google Lens, Circle to Search, hochgeladene Bilder und die Bildsuche aus Chrome.
Für Unternehmen ist das vor allem dort relevant, wo Produkte, Orte, Fahrzeuge, Handwerk, Einrichtung oder visuell erklärbare Leistungen eine Rolle spielen. Gute Bilder sind damit nicht nur Gestaltung, sondern können ein eigener Einstieg in die Suche sein.
Klassische Keywords, längere Fragen und lokale Suchanfragen bleiben relevant.
Komplexe Fragen werden zerlegt, zusammengeführt und mit unterstützenden Weblinks beantwortet.
Nutzer starten mit Bildern, Kamera, markierten Bildschirminhalten oder kombinierten Eingaben.
Was Unternehmen 2026 konkret tun sollten
- Wichtige Seiten technisch sauber indexierbar halten.
- Konkrete Fragen vollständig und mit eigener fachlicher Substanz beantworten.
- Österreichischen und regionalen Kontext dort liefern, wo er tatsächlich relevant ist.
- Quellen, Zahlen und Aktualisierungsdatum nachvollziehbar angeben.
- Leistungsseiten, Wissensartikel und Projekte sinnvoll intern verlinken.
- Eigene, hochwertige Bilder mit verständlichem Kontext verwenden.
- Search Console nicht nur nach Klicks, sondern auch nach Impressionen, generativen KI-Funktionen und multimodalen Suchanfragen auswerten.
Die Veränderung der Suche macht solide Websites nicht unwichtiger. Im Gegenteil: Wenn KI-Systeme Antworten mit Webquellen stützen, brauchen sie öffentlich erreichbare, aktuelle und klar strukturierte Informationen. Google empfiehlt deshalb weiterhin dieselben Grundprinzipien, nur für mehr Suchoberflächen.
Quellen und weiterführende Informationen
Google: Eine neue Ära der KI-Suche, I/O 2026Google Search Central: Website für generative KI-Funktionen optimierenGoogle Search Console-Hilfe: Freigabe von Inhalten für generative KI in der Google SucheGoogle Search Console-Hilfe: Klicks, Impressionen und Position im KI-ModusGoogle Search Central: Multimodale Suchanfragen in der Search Console, 24.09.2026Stand: 2. Oktober 2026. Google entwickelt KI-Funktionen, Search Console Berichte und Verfügbarkeit laufend weiter. Funktionsumfang und Darstellung können sich daher kurzfristig ändern.
