EN.CPS Treffen 2006 in Barcelona, Spanien

Christian "oftl" Veigl

Bereits zum achten Mal fand heuer das jährliche Treffen des Europäischen Netzwerks für zivile Friedensdienste (oder auch kurz: EN.CPS, European Network for Civil Peace Services) statt.

Das EN.CPS wurde 1999 formell gegründet und versteht sich als loses Netzwerk von Friedensorganisationen mit dem Ziel, zivile Alternativen der Konfliktbearbeitung - und insbesondere Zivile Friedensdienste - zu fördern. Dies geschieht in erster Linie durch Austausch von Informationen, Ideen und Erfahrungen bei den jährlichen Treffen und durch gegenseitige Unterstützung der teilnehmenden Organisationen, aber auch durch die Präsenz bei der EU und anderen internationalen Organisationen bzw. Veranstaltungen, wie z.B. durch die Mitgliedschaft des EN.CPS beim European Peacebuilding Liaison Office (EPLO) in Brüssel. Genauere Informationen finden Sie in Friedensdienst Nummer 2/05 [siehe auch www.oefd.at] sowie auf der Homepage des EN.CPS www.en-cps.org.

Heuer fanden sich VertreterInnen zahlreicher NGOs vom 22. bis zum 24. März in Barcelona ein, und wie im Vorjahr waren auch wieder etliche osteuropäische Organisationen mit dabei. Auf der diesjährigen Agenda standen Präsentationen von gemeinsam durchgeführten Projekten, Neuigkeiten von EPLO – und damit aus Brüssel – sowie die sehr interessante Idee einer europaweiten ZFD-Kampagne.

Einige Organisationen aus dem Irak, Spanien, Frankreich und Italien haben Anfang des Jahres in Jordanien gemeinsam eine Reihe von Workshops zum Thema Gewaltfreiheit organisiert. Wie die OrganisatorInnen, kamen auch die TrainerInnen aus verschiedenen Ländern (Frankreich, Libanon und Palästina); die TeilnehmerInnen setzten sich aus unterschiedlichen Gruppen zusammen (SchiitInnen, SunnitInnen, KurdInnen, KatholikInnen, ...).

Das Ergebnis dieses Projektes, nämlich ein konsensuales Bekenntnis zur Gewaltfreiheit, und die Einsicht, dass das "Brücken schlagen" zwischen vielen Gruppen einerseits unumgänglich ist und andererseits viel schwieriger als das "Mauern bauen", lassen hoffen. Sie zeigen aber auch, dass wie überall noch einiges an Arbeit nötig sein wird.

Während des letztjährigen EN.CPS Meetings in Cluj-Napoca, Rumänien, haben sich Organisationen aus Moldawien und Georgien zusammengeschlossen, um ein gemeinsames Projekt mit dem Ziel, eine friedliche Konflikttransformation in der Region umzusetzen. Die Aktivitäten während des dreijährigen Projektes umfassen unter anderem Treffen mit lokalen VertreterInnen von NGOs, Regierungen und internationalen Organisationen, Trainings mit oben genannten Gruppen zum Thema Peace Building und Konflikttransformation, sowie die Entwicklung einer Strategie zur Umsetzung der Ziele.

EN.CPS ist - wie schon eingangs erwähnt - auch Mitglied des EPLO, des European Peacebuilding Liaison Office in Brüssel. EPLO agiert als Kontaktstelle der "Friedens NGOs" zu den administrativen und politischen Ebenen der EU und arbeitet mit der Kommission, dem Parlament und dem Rat zusammen.

Im Gespräch war auch eine gemeinsame europaweite Kampagne zur Einführung von freiwilligen Zivilen Friedensdiensten. Sobald sich diesbezüglich Neuigkeiten ergeben, werden wir natürlich darüber berichten.

Als Vertreter der ÖFD konnte ich auch die Fortschritte unserer eigenen ZFD- Kampagne präsentieren, welche auf breite Zustimmung stößt. Momentan wirken MitarbeiterInnen der ÖFD im Rahmen des EN.CPS in den Arbeitsgruppen Training sowie PR und Kommunikation mit. Alles in Allem war es wieder ein sehr gutes und auch arbeitsintensives Treffen. Engagiert man sich für etwas, so tut es immer wieder gut zu sehen, damit nicht ganz alleine zu sein. Und das trifft im ganz kleinen genauso wie im weitaus größeren Maßstab zu.

Links:

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